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01.12.2021

Der Garten im Dezember 2021

Tipp: Clematis, die zwei Mal im Jahr blühen, werden nach der Hauptblüte im Frühsommer ausgeputzt. Der Hauptschnittzeitpunkt liegt für großblumige Hybriden dann aber erst im November/Dezember. Man kürzt die Triebe etwa auf die Hälfte ein. Die ersten Blüten erscheinen im Frühsommer des Folgejahres an den vorjährigen Trieben, der zweite Flor hingegen wird an den neu gewachsenen Trieben ab Ende Juni gebildet. Auch im Sommer einmalig blühende Clematis werden vor den ersten Frösten, vielerorts also erst ab Dezember, großzügig zurückgeschnitten. Die meisten dieser Clematis bilden ihre Blüten im kommenden Jahr nämlich nur an den jungen, neuen Trieben. Im zeitigen Frühjahr blühende Clematis hingegen werden nur bei Bedarf z.B. bei Verkahlen, für gewöhnlich also nicht jährlich, nach der Blütezeit geschnitten.


Die Zeit zum Putzen nutzen

Im Dezember ist nicht mehr die typische Zeit für intensive gärtnerische Tätigkeiten. Wer allerdings dennoch etwas produktive Freizeit im Kleingarten verbringen möchte, kann sich der Scheibenpflege von Laube, Gewächshaus und Frühbeetkästen zuwenden. Saubere Scheiben sind vor allem dort gefragt, wo im Winter noch Salate, Kohl oder andere Wintergemüse im geschützten Beet stehen. Durch saubere Scheiben kann bekanntlich viel mehr von dem im Winter raren Sonnenlicht verfügbar gemacht werden, das für das Wachstum der Gemüsepflanzen so wichtig ist in den dunklen Monaten. Ein trockener, frostfreier Tag ist ideal. Es braucht nicht mehr als ein mildes Reinigungsmittel, einen weichen Schwamm und ein bisschen Wasser, um die Ablagerungen der letzten Gartensaison von den Scheiben zu schrubben. So einfach kann man seinen Pflanzen etwas Gutes tun und erspart sich zugleich das Putzen im Frühling.


Das Kräuterbeet im Winter

Auch im Winter können frische Kräuter im Kleingarten geerntet werden. Es gibt Kräuter, die oberirdisch absterben oder sich im Herbst in den Boden zurückziehen. Dazu gehören unter anderem Minze, Liebstöckel, Bärlauch oder Schnittlauch. Von diesen Kräutern kann im Winter nicht geerntet werden. Wer allerdings im Winter nicht auf frische Kräuter in der Küche verzichten möchte, kann auf mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei aus dem Garten zurückgreifen. Die immergrünen Kräuter können auch im Winter geerntet werden und die winterliche Küche durch ihre Aromenvielfalt bereichern. Bei mediterranen Kräutern sollte vorsorglich immer an den Winterschutz gedacht werden. Vor allem Rosmarin übersteht den Winter am besten in geschützter Umgebung, an einer schützenden Hauswand, eingepackt in Laub oder Jute. Wichtig bei allen Kräutern ist, dass nicht zu tief ins Holz geschnitten wird, die Kräuter nach der Ernte wieder winterfest eingepackt werden und an frostfreien Tagen ein wenig gegossen wird.  


Kurzportrait Gartentier – Maulwurfsgrille

Ein wenig gewöhnungsbedürftig sieht sie schon aus – die Europäische Maulwurfsgrille. Sie gehört der Familie der Heuschrecken an, lebt allerdings unterirdisch wie Maulwürfe in meterlangen Gängen, die das nachtaktive Insekt mit seinen starken Grabschaufeln vorzugsweise nachts, dicht unter der Erdoberfläche, aber auch metertief reichend in lockerem Gartenboden anlegt. Zu seiner bevorzugten Nahrung gehören andere Insekten wie Würmer, Schnecken, deren Eier oder andere wirbellose Tiere. Wo Maulwurfsgrillen auftauchen, scheint es dem Gartenboden also gut zu gehen und sich das Leben zu tummeln. Die bis zu sieben Zentimeter langen Maulwurfsgrillen bevorzugen keine pflanzliche Kost. Treten doch einmal Schäden an Pflanzen und Wurzeln auf, können diese durch die starken Grabeaktivitäten der Maulwurfsgrillen zustande gekommen sein.