KENNEN SIE DAS?

Sie haben Lust auf sonnensatte Tomaten - aber im Supermarkt gibt's nur geschmacksneutrale Einheitsware?
Sie wollen mit Ihrer Familie fröhlich grillen - ohne dass sich Ihr Balkon-nachbar über die angebliche Geruchsbelästigung beschwert?
Sie sehnen sich nach einem verträumten Stündchen im Liegestuhl - doch alles, was Sie haben, ist ein Klappstuhl im schattigen Hinterhof?
Haben Sie schon einmal an einen Kleingarten gedacht?

ICH UND EIN KLEINGARTEN?  ALSO ICH WEISS NICHT...

Sie denken bei Kleingarten an Gartenzwerge und genormte Heckenhöhen? Vergessen Sie's! Die ersten Gartenkolonien entstanden vor rund 200 Jahren. In die¬ser langen Zeit haben sie sich manches Klischee anstecken lassen müssen - und wieder abgeschüttelt.

Heute sind die kleinen Gärten das grüne Wohnzimmer mitten in der Stadt. Näher und unkomplizierter ist Erholung nicht zu haben. Hier treffen junge auf Alte, Familien auf Singles, Professoren auf Handwerker. Was sie alle gemeinsam haben, ist die Freude an der Natur, das Vergnügen am Gärtnern und die Lust, im Grünen zu genießen. Kleingärten bieten Gemeinschaft und lassen jedem seine Individualität. Es liegt an Ihnen, was Sie daraus machen und wie sie sich einbringen.

UND WAS KOMMT DA ALLES AUF MICH ZU?

Chronische Topfpflanzen-Vertrocknenlasser müssen wir vorwarnen: Kleingarten kommt von Gärtnern! Und das bedeutet: Spaten auspacken, in der Erde graben, Radieschen säen, Blumen einpflanzen, Gießen nicht vergessen und noch viel mehr.

Das klingt nach Arbeit? Ist es auch - aber eine Arbeit, die Spaß macht. Zur Belohnung gibt's Rosenduft, süße Erdbeeren, und leckere Äpfel vom eigenen Baum. Dazu kommt die Freude über all das, was unter Ihren Händen wächst und gedeiht. Das nennt man Gärtnerglück. Mit dem grünen Daumen müssen Sie deswegen nicht geboren sein. Gärtnern kann man lernen. Und im Kleingarten nebenan gibt es immer jemanden, der Ihnen dabei hilft.

ABER IN EINEN VEREIN GEHE ICH NICHT!

Keine Sorge, Sie werden nicht als erster Schriftführer zwangsverpflichtet. Mit Vereins-meierei haben wir nichts am Hut. Wir wollen, dass möglichst viele Menschen an ihrem kleinen Garten Freude haben. Und das funktioniert im Verein am besten.

Der Kleingärtnerverein ist zuverlässig: Er verschafft allen Zugang zu Wasser. Er kümmert sich darum, dass die Wege nicht zuwuchern. Er macht's möglich, dass der gemeinsame Spielplatz für die Kinder Wirklichkeit wird. Der Verein ist für Sie da. Im Gegenzug be-zahlen Sie Ihren Mitgliedsbeitrag und packen selbst für die Gemeinschaft mit an. Jeder gibt ein bisschen, damit alle bekommen, was sie brauchen. Das verstehen wir unter Verein.

UND WAS KOSTET MICH DAS?

Die kleinen Gärten stehen allen offen. Das ist unser Prinzip. Hohe Mitgliedsbeiträge passen dazu nicht. Rechnen Sie jährlich mit laufenden Kosten zwischen 100 und 250 Euro. Dazu kommt eine einmalige Ablöse für den Vorpächter. Der Kleingärtnerverein steht dafür ein, dass dabei niemand übervorteilt wird.

Kosten wird Sie Ihr grünes Wohnzimmer auf jeden Fall viel Zeit. Ein paar Mal in der Woche sollten Sie nach dem Rechten sehen. Sonst kann Ihnen die Arbeit im wahrsten Sinn des Wortes schnell über den Kopf wachsen.

UND WIE FINDE ICH EINEN GARTEN FÜR MICH?

Kein Kleingärtnerverein ist wie der andere: Hier geht's ruhig und gediegen zu; dort herrscht fröhlicher Kindertrubel. Machen Sie sich selbst ein Bild, besuchen Sie ver-schiedene Anlagen bei Ihnen vor Ort. Oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen gerne weiter auf dem Weg zum kleinen Gartenglück.

5 Schritte zum eigenen Grün

Der Weg zum eigenen Schrebergarten ist mit wenig Formalien bestückt.
Ein wenig Geduld sollten Sie mitbringen.
Sehen Sie sich gut erreichbare Kleingartenanlagen in Ihrer Umgebung an und werfen Sie einen Blick in die Satzung und in die Gartenordnung der Vereine.
Treten Sie Ihrem Wunschverein bei und geben Sie in Ihrer Bewerbung auch an, wie viele Kunder Sie haben und warum Sie den Garten benötigen: Soziale Aspekte zählen.
Wenn Ihnen die angebotene Parzelle zusagt, schießen Sie mit dem Vereinsvorstand einen Pachtvertrag ab.
Sie übernehmen die vorhandene Einrichtung (Laube, Geräte, Pflanzen) vom Vorgänger und zahlen dafür eine Ablöse.
Die zusätzlichen Fixkosten für den Betrieb (Vereinsbeitrag, Pachzins, Ver-sicherungsschutz, Gebühr für Wasser- und Strom-verbrauch) liegen zwischen 150 und 250 Euro/Jahr. Am Erhalt der gemeinsamen Einrichung können Sie sich aktiv beteiligen oder einen Ersatzbeitrag in bar zahlen.

Text: Tobias Löser, MediaCompany, Berlin
Quelle: Bundesverband  Deutscher Gartenfreunde e.V.